Diese Seite drucken

Kreuzbandriss am Knie des Hundes

Die Kreuzbandruptur stellt die häufigste orthopädische Erkrankung in der Hundepraxis dar!

Hat sich Ihr Hund schon einmal das Hinterbein vertreten, ohne dass Sie sofort zum Tierarzt gefahren sind?
Die ersten Tage starkes Humpeln, dann langsam immer weniger und nach ein paar Wochen war alles wieder scheinbar gut?
Nicht immer steckt hinter dieser Beschreibung eine harmlose Zerrung oder Prellung. Man weiß seit langem, dass die Kreuzbänder im Alter degenerieren und durchaus auch ohne Krafteinwirkung reißen können.

Fast immer ist das vordere Kreuzband betroffen!

Selbst wenn der Schmerz nachlässt, bleiben doch (zunächst unsichtbare) Schäden zurück, die das Knie im Laufe der Jahre stark beeinträchtigen.
In vielen Fällen wurde beim eigentlichen Trauma auch ein Meniskus geschädigt. Wenn er nicht operativ versorgt wird, dann können langfristig immer wieder Schmerzen auftreten.
Meist sind es die Meniskusschäden, die den Hauptschmerz im Knie verursachen.

Ohne das Kniegelenk operativ zu eröffnen (endoskopisch oder durch Arthrotomie) kann weder beurteilt werden, ob oder wie stark der Meniskus geschädigt ist, noch können die Reste des gerissenen Kreuzbandes entfernt werden!

Der "klassische" Kreuzbandriss tritt häufig beim Spielen auf, wenn der Patient einen ruckartige Richtungswechsel durchführt oder in eine Bodenunebenheit tritt.
Degenerierte Kreuzbänder können aber auch ohne jegliche erkennbare Ursache reißen.

Als Besitzer erkennen Sie dann eine starke Lahmheit bei Belastung des betroffenen Hinterbeines. Spätestens am nächsten Tag wäre ein Tierarztbesuch ratsam.
Dort kann die Verletzung durch manuelle Untersuchung oder durch Anfertigen eines Röntgenbildes diagnostiziert werden. Manchmal ist auch eine Sedation oder eine Kurznarkose nötig, beispielsweise wenn der Patient hoch schmerzhaft oder extrem wehrhaft ist.

Die Therapie einer Kreuzbandruptur erfolgt chirurgisch. Es gibt einige verschiedene Methoden, die zu unterschiedlich guten Ergebnissen führen.
Als Tierhalter sollten Sie wissen, dass auch trotz Operation (unabhängig von der Methode) wahrscheinlich später Arthrosen im Gelenk auftreten werden, die das Leben etwas erschweren...die langfristige Einnahme des richtigen Schmerzmittels hilft in aller Regel gut.

Wird ein Kniegelenk mit gerissenem Kreuzband jedoch nicht operiert, dann führt dies in vielen Fällen zu schweren Arthrosen, die starke Schmerzen für den Patienten nach sich ziehen!

In unserer Praxis wird eine sehr zuverlässige und bewährte Operationstechnik angewandt, bei der zunächst beide Menisken auf Schäden untersucht und diese versorgt werden. Nachdem die Reste des gerissenen Kreuzbandes sorgfältig entfernt wurden, ersetzt ein Teil der Oberschenkelfaszie das kaputte Kreuzband. Somit ist die Stabilität im Kniegelenk wieder hergestellt.

Neuere Operationsmethoden sind mit deutlich höheren Kosten verbunden und führen leider nicht zwangsläufig zu besseren Ergebnissen. Die "TPLO" (tibia plateau leveling osteotomy) und die "TTA" (tibial tuberosity advancement) werden in unseren Überweisungskliniken angewandt und liegen weit über 1000,- Euro. In beiden Fällen wird der Schienbeinknochen (Tibia) zersägt und auf verschiedene Art in neuer Position zusammengefügt, um somit schnell wieder ein stabiles Kniegelenk herzustellen.

Noch Fragen? Wir beraten Sie gerne!


Vorherige Seite: Operationen
Nächste Seite: Zahnbehandlungen