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Kastrationen - Pro und Kontra

Häufig stellen uns Tierbesitzer die Frage, ob es Sinn macht, ihr Tier kastrieren zu lassen.

Aus diesem Grund haben wir Ihnen eine Pro- und Kontra-Liste erstellt, die - unserer Meinung nach - die wichtigsten Gründe für und gegen die Entscheidung zur Kastration darlegen.

Bitte beachten Sie, dass nicht alle Argumente immer auch auf jedes Tier zutreffen (wir reden hier schließlich nicht von Autos, sondern von Lebewesen mit eigenem Charakter).
Diese kurze Auflistung ersetzt keinesfalls ein ausführliches Beratungsgespräch!

Grundsätzlich sei angemerkt, dass das Tierschutzgesetz die Kastration von Tieren verbietet. Dennoch stellt bereits die zuverlässige Verhinderung der Fortpflanzungsfähigkeit eine zulässige Indikation für die Kastration von Haustieren dar.

Kastration von Rüden

pro:

  • kann sich nicht mehr fortpflanzen
  • keine hormonell bedingte Prostatavergrößerung im Alter möglich (die nahezu alle Rüden erleiden)
  • keine Hodentumoren im Alter möglich
  • keine Regressansprüche von Besitzern, deren Hündin ungewollt gedeckt wurde ;-)
  • wird meist ruhiger in Gegenwart von läufigen Hündinnen ;-)
  • büchst in der Regel nicht mehr von zuhause aus, wenn eine läufige Hündin in der Nähe ist
  • stoppt Hypersexualität ('rammelt' nicht mehr alles, was nicht 'bei 3' auf dem Baum ist (Hündinnen, andere Rüden, Kissen, etc.))

kontra:

  • kann zur Gewichtszunahme neigen (daher sofort Futter reduzieren und regelmäßig wiegen)
  • könnte von anderen Rüden unterdrückt werden (wird u.U. als Hündin betrachtet und besprungen)
  • Narkoserestrisiko (gering, aber immer vorhanden)

Im Zweifelsfall sollten Sie sich gegen eine Kastration entscheiden, denn es gibt auch Medikamente, die einen Rüden für ca. 1/2 Jahr zum kastrierten Rüden machen.

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Kastration von Hündinnen

pro:

  • kann sich nicht mehr fortpflanzen
  • enorme Senkung des Risikos später einmal an Gesäugetumoren zu erkranken (wenn Kastration spätestens nach der ersten Läufigkeit erfolgt; besser noch davor)
  • Risiko einer (lebensbedrohenden) Gebärmuttervereiterung sinkt erheblich
  • keine Scheinträchtigkeiten mehr
  • keine ungewollte Trächtigkeit
  • keine Läufigkeitsblutungen mehr

P.S.: Sogenannte "Läufigkeitsunterdrückungsspritzen" erhöhen das Diabetesrisiko, das Gesäugetumorrisiko und die Wahrscheinlichkeit einer Gebärmutterentzündung!

kontra:

  • könnte inkontinent werden - durchschnittlich 2-3 Jahre nach der OP (höheres Risiko bei größeren Hündinnen und bei Kastrationen nach der ersten Läufigkeit)
  • selten Ausbildung von Welpenfell (flauschiges Fell) nach der Kastration möglich
  • kann zur Gewichtszunahme neigen (daher sofort Futter reduzieren und regelmäßig wiegen)
  • Narkoserestrisiko (gering, aber immer vorhanden)

Im Zweifelsfall sollten Sie sich gegen eine Kastration entscheiden!

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Kastration von Katern

pro:

  • kann sich nicht mehr fortpflanzen
  • Harnmarkieren entfällt (fast immer)
  • weniger Rangkämpfe bei Freiläufern (folglich weniger Verletzungen, Infektionen tödliche Infektionskrankheiten (v.a. FIV, FeLV))
  • kleinerer Aktionsradius bei Freiläufern (unkastrierte Kater laufen häufig Nacht für Nacht etliche Kilometer weit und überqueren dabei viele Straßen)

kontra:

  • kann zur Gewichtszunahme neigen (daher sofort Futter reduzieren und regelmäßig wiegen)
  • Narkoserestrisiko (gering, aber immer vorhanden)

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Kastration von Kätzinnen / "Katzen"

pro:

  • kann sich nicht mehr fortpflanzen
  • wird nicht mehr rollig; schreit nicht mehr nächtelang
  • Verhinderung der Dauerrolligkeit, die zu Blutarmut und diversen Gebärmuttererkrankungen führen kann
  • Senkung des Gesäugetumorrisikos

kontra:

  • kann zur Gewichtszunahme neigen (daher sofort Futter reduzieren und regelmäßig wiegen)
  • Narkoserestrisiko (gering, aber immer vorhanden)

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Kastration von Kaninchen- / Meerschweinchen-Böckchen

pro:

  • kann sich nicht mehr fortpflanzen
  • zwingend erforderlich, wenn 2 Böckchen vergesellschaftet werden, da es sonst zu Rangkämpfen mit schweren Verletzungen kommen kann (besonders bei Kaninchen)!
  • Harnmarkieren entfällt meistens

kontra:

  • Narkoserestrisiko (immer vorhanden)

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Kastration von Kaninchen- / Meerschweinchen-Weibchen

pro:

  • kann sich nicht mehr fortpflanzen
  • beugt Eierstocks- und Gebärmuttertumoren, -zysten und -abszessen vor
  • gute Lösung bei aggressiven Weibchen
  • Harnmarkieren entfällt meistens

kontra:

  • Narkoserestrisiko (immer vorhanden)

Vor allem bei Kaninchen treten seit 2000 auffallend (erschreckend) mehr Tumoren und andere schwerwiegende Gebärmutter- und Eierstockserkrankungen auf. Wir empfehlen daher, in Einstimmitgkeit mit anderen Kaninchenspezialisten, die vorbeugende Kastration weiblicher Kaninchen!

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Kastration von Frettchenrüden

pro:

  • kann sich nicht mehr fortpflanzen
  • stinkt wesentlich weniger
  • weniger Rangkämpfe

kontra:

  • Narkoserestrisiko (gering, aber immer vorhanden)

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Kastration von Frettchenfähen

pro:

  • kann sich nicht mehr fortpflanzen
  • keine Dauerranz, die Blutbildung schadet, mehr

kontra:

  • Narkoserestrisiko (gering, aber immer vorhanden)

Die Kastration von Frettchen führt in aller Regel zu einer Erkrankung der Nebennierenrinde der Tiere (Morbus cushing), die eine zusätzliche Operation oder medikamentelle Substitution erfordert!
Es handelt sich beim Auftreten von Ranzsymptomen der Fähe nicht zwangsläufig um eine unvollständige Kastration.

Noch Fragen? Dann fordern Sie uns!



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