Diese Seite drucken

Reptilien - Allgemeine Hinweise

Die Behandlung von Reptilien wird im Tiermedizinstudium leider sehr vernachlässigt. Da allerdings zunehmend mehr Reptilien gehalten werden und auch diese Tiere das Recht auf eine vernünftige medizinische Versorgung besitzen(!), haben wir uns bereits 2003 dazu entschlossen, das Leistungsspektrum unserer Praxis auch auf Reptilien auszuweiten.
Die Spezialisierung erfolgt durch Fortbildungsveranstaltungen, Diskussionen mit anderen Reptilientierärzten und Selbststudium der entsprechenden Literatur.

Wir bilden uns weiter, um Ihr Tier fachgerecht untersuchen und therapieren zu können.

Sollten wir dennoch einmal "nicht weiter wissen", dann werden wir Ihnen dies mitteilen und nicht an Ihrem Tier herumexperimentieren oder ausschließlich mit "Vitamin-" oder "Aufbauspritzen" arbeiten!

Da kranke Reptilien in der Regel kaum Symptome zeigen, ist es für uns besonders wichtig, vom Besitzer möglichst ausführlich über das Verhalten und die kompletten Rahmenbedingungen im Terrarium informiert zu werden. Deshalb werden wir Sie vor jedem Besuch bitten, zunächst unseren Vorberichtsbogen zu bearbeiten.
Am besten füllen Sie ihn am Computer aus und senden ihn per Email zu uns.

Außerdem ist es für eine vernünftige Diagnostik unerlässlich, von jedem Patienten eine Kotprobe auf Darmparasiten zu untersuchen, da der Befall mit Parasiten immer noch eine der häufigsten Todesursachen bei Reptilien darstellt bzw. den Weg für andere Erreger erst frei macht.
Sollte Ihr Tier zur Zeit keinen Kot absetzen, dann kann auch die Probe eines Terrarienmitbewohners (der gleichen Art) sehr aufschlussreich sein.

Besonders wichtig ist hierbei, dass Sie eine möglichst frische Kotprobe mitbringen!
Nur so können wir in unserem Praxislabor Parasiten nachweisen, die möglicherweise bei der Ankunft im Versandlabor nicht mehr zu finden sein werden.

In der Praxis besteht bei Bedarf die Möglichkeit, weitere Laborproben zu nehmen (z.B. Rachenabstrich, Kloakentupfer/-spülung, Blutentnahme), ein Ultraschalluntersuchung durchzuführen oder Röntgenaufnahmen anzufertigen (z.B. bei Legenot, Fremdkörperverdacht oder zum Ausschluss von Frakturen).

Sollte einmal zu diagnostischen oder therapeutischen Zwecken eine Narkose erforderlich werden, dann verwenden wir in der Regel die Inhalationsnarkose (Isofluran), da bei Injektionsnarkosen (besonders bei Reptilien auf Grund des langsamen Stoffwechsels) die Nachschlafphase ausgesprochen lange andauert.

Bitte melden Sie Ihr Tier immer vor dem Besuch in unserer Praxis telefonisch an!


Vorherige Seite: Reptilien
Nächste Seite: Transport von Reptilien