Categories: Allgemeines
      Date: 28. April 2017
     Title: Stellungnahme zum Präparat BRAVECTO

 

Stellungnahme zum Präparat BRAVECTO


 

Liebe Tierhalter,

vielleicht sind Sie auch schon im Internet oder im Fernsehen auf einen der vielen negativen Berichte über das Floh- und Zeckenpräparat „Bravecto“ gestoßen oder wurden beim Gassigehen darauf angesprochen?
Scheinbar unendlich viele Tierhalter schildern (vor allem in den Sozialen Medien) schwerste Nebenwirkungen nach der Eingabe der Tablette. Die Verunsicherung anderer Tierhalter ist groß.

Wie sind die Erfahrungen unserer Praxis?

Und wie gehen wir mit der Situation um?

Grundsätzlich waren wir schon immer vorsichtig und skeptisch, bevor ein neues Präparat ins Sortiment der Praxis aufgenommen wurde.
Dies gilt besonders für Langzeitpräparate (Bravecto wirkt 3 Monate gegen Flöhe und Zecken).Bei diesem Medikament warteten wir mehr als 1 Jahr nach Markteinführung. Da von anderen Tierärzten in einem seriösen Tierärzteforum ausschließlich positiv berichtet wurde und zunehmend mehr Tierhalter nach der „praktischen Tablette“ fragten, entschieden wir uns dafür, Bravecto zu verkaufen.Tatsächlich war die Resonanz bei den Tierhaltern auffallend positiv!Während bei anderen SpotOn-Präparaten (Medikamente die monatlich im Nacken aufgetragen werden) etwa etwa jeder fünfte bis zehnte Patient unter Juckreiz, lokaler Entzündung oder gar Abgeschlagenheit leidet, traten bei unseren Patienten nahezu gar keine Nebenwirkungen nach der Gabe von Bravecto auf.Ausgesprochen selten (weniger als 10 Patienten innerhalb von 2 Jahren) wurde Erbrechen oder Abgeschlagenheit beobachtet.Wir können uns beim besten Willen nicht erklären, warum so viele Tiere teilweise unter Krämpfen, teilweise ohne Symptome ganz plötzlich an Bravecto verstorben sein sollen.
Dennoch nehmen wir die Hinweise unserer Kunden sehr ernst. Auch die Überwachungsbehörde für Arzneimittelnebenwirkungen hat reagiert und alle praktizierenden Tierärzte darauf hingewiesen, die Nebenwirkungen von Bravecto besonders kritisch zu beobachten und offiziell zu melden.
Seit Februar ist die Diskussion unter den Tierärzten aufgeflammt, und es scheint sich zu bestätigen, dass Nebenwirkungen tatsächlich ausgesprochen selten aufgetreten sind. Dennoch gab es vereinzelte, nachweislich seriöse Berichte über epileptische Anfälle nach der Tabletteneingabe. Vereinzelte.
Diese Hinweise nehmen wir zum Anlass, um vorläufig vor der Tablettengabe bei Epileptikern und bei Leberpatienten zu warnen (wir haben aber auch Epileptiker unter unseren Patienten, die trotz Bravecto keinerlei Verschlechterung ihrer Erkrankung erlitten).
Gleichzeitig warten wir ab, wie sich die Nebenwirkungsmeldungen gestalten werden.Bravecto hat wie jedes andere Medikament umfangreiche Studien zu Wirksamkeit und Verträglichkeit durchlaufen müssen, bevor es eine Zulassung als Medikament erhalten durfte. In mehr als 70 Ländern wird es angewandt und schützt vor Zecken und Flöhen.

Wir hoffen, dass zeitnah erwiesen sein wird, ob Bravecto weiterhin als sehr gut verträgliches Medikament eingesetzt werden darf. Sollten sich jedoch die schweren Vorwürfe gegen den Hersteller bewahrheiten, dann werden wir das Präparat umgehend aus der Praxis verbannen.

Wenn Sie daran interessiert sind, wissenschaftlich belegbare Fakten Bravecto zu erhalten, dann empfehlen wir Ihnen den folgenden Link: http://bravectofacts.com/

Vorsorglich sei erwähnt, dass unser wirtschaftliches Überleben in keinster Weise vom Verkauf eines bestimmten Medikaments abhängig ist. Die Philosophie unserer Praxis beruht schon immer darauf, Medikamente sinnvoll und im Zweifelsfall nicht unnötig einzusetzen. Unseren Lebensunterhalt verdienen wir primär mit unserem Wissen, unserer Erfahrung und unserer Handfertigkeit im OP.

Die Basis unserer Arbeit ist Ihr Vertrauen in uns, deshalb versuchen wir, alle Ihre Fragen nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten!